{"id":1,"date":"2013-10-05T10:00:21","date_gmt":"2013-10-05T08:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/tibor-nemeth.at\/?p=1"},"modified":"2020-02-09T18:28:42","modified_gmt":"2020-02-09T17:28:42","slug":"hello-world","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tibor-nemeth.at\/?p=1","title":{"rendered":"&#8222;Neue Musik&#8220;"},"content":{"rendered":"<h4>&#8222;Kunst kommt nicht von K\u00f6nnen, sondern von M\u00fcssen&#8220;, schrieb Schoenberg vor gut hundert Jahren. Was damals den unbedingten Ausdruckswillen des berufenen K\u00fcnstlers erkl\u00e4ren wollte, der sich auf seiner Suche nach neuen Wegen nicht um Konventionen und Meinungen schert, erkl\u00e4rt auf unbeabsichtigt treffliche Weise den heutigen Zustand der &#8222;Neuen-Musik-Szene&#8220; &#8211; und nicht nur dieser.<\/h4>\n<h4>Dass auch in der Kunst das K\u00f6nnen (also die Beherrschung des Handwerks) Grundlage sein sollte, um etwas von sich geben zu &#8222;m\u00fcssen&#8220;, ist schon lange keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr. Vielmehr r\u00fchmen viele &#8222;K\u00fcnstler&#8220; ihre Absenz von professioneller Bildung als unkonventionelle Frische und individuellen, neuartigen Zugang an die Materie. Diese absichtsvoll missverstandene &#8222;Freiheit der Kunst&#8220; hat letztere zur Schaub\u00fchne der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation eines pathologischen Zustandes gemacht, denn:<\/h4>\n<h4>&#8222;m\u00fcssen&#8220; aber nicht &#8222;k\u00f6nnen&#8220; wird Obstipation genannt.<\/h4>\n<h4>Rezipienten, die sich redlich f\u00fcr das Neue in der Kunst interessieren und sich daf\u00fcr \u00f6ffnen, werden so gro\u00dfteils mit geistiger Verstopfung konfrontiert! (wenn auch die klanglichen Erscheinungen mancher zeitgen\u00f6ssischer Werke an eine sehr gut funktionierende Darmt\u00e4tigkeit erinnern.)<\/h4>\n<h4>Das historisch verst\u00e4ndliche aber obsolet gewordene &#8222;l`art pour l`art&#8220; hat eine lange Phase des Experimentierens nach sich gezogen, die keine gro\u00dfartigen Ergebnisse gezeigt hat, aus der wir aber nun schon seit \u00fcber f\u00fcnfzig Jahren nicht herauskommen &#8211; ein andauerndes Pubertieren, an dem krampfhaft festgehalten wird, da es im Namen des Fortschritts (was auch immer das in der Kunst bedeuten soll) pl\u00f6tzlich auch Kleingeistern m\u00f6glich ist, &#8222;Kunst&#8220; zu &#8222;machen&#8220;. Dass dieser Zustand noch immer anh\u00e4lt liegt nicht nur am &#8222;Kunst-Lobbyismus&#8220; sondern auch an einem entsprechend un- bzw. missgebildeten Publikum, das erfolgreich verunsichert wird im Anspruch, seine Bed\u00fcrfnisse (movere &#8211; docere &#8211; delectare) in der Kunst befriedigt zu finden &#8211; und sich deshalb gezwungen sieht, &#8222;des Kaisers neue Kleider&#8220; sch\u00f6n zu finden. So zeigt sich der Teufelskreis als Karussell am Jahrmarkt der Eitelkeiten und dreht sich immer weiter &#8211; mit Kunst hat das aber nichts zu tun.<br \/>\n<script type=\"text\/javascript\">\/\/ <![CDATA[ var _gaq = _gaq || []; _gaq.push(['_setAccount', 'UA-31294813-1']); _gaq.push(['_trackPageview']); (function() { var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text\/javascript'; ga.async = true; ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 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